[Rezension] Leon & Noelle [Ein Leuchten im Nebel] - Julia Zieschang

Dienstag, 26. Juni 2018


Infos
Autorin: Forever.Ullstein ~ Format: Taschenbuch ~ Altersempfehlung: k.a. ~ Seitenanzahl: 284 ~
ISBN: 978-3958189508 ~ Preis: € 14,00 (D)
Klappentext
Kann eine neue Liebe alte Wunden heilen? Die 18-jährige Elle verlässt nach ihrem Schulabschluss fluchtartig ihre Heimat, um in der Großstadt ein Studium zu beginnen. Doch die Vergangenheit hinter sich zu lassen, fällt ihr schwer. An ihrem ersten Tag in Berlin wird sie im Park von Leon angesprochen. Er erklärt ihr, dass er sich vorgenommen hat, jeden Tag eine gute Tat zu vollbringen. Und die traurig wirkende Elle aufzuheitern scheint ihm die perfekte Gelegenheit dafür zu sein. Obwohl Elle zunächst abweisend reagiert, kommen die beiden ins Gespräch und treffen sich schließlich erneut. Während Elle versucht, ihrer Vergangenheit zu entfliehen, weckt Leon in ihr Gefühle, von denen sie glaubte, sie niemals wieder empfinden zu können. Doch auch Leon verbirgt etwas vor ihr, das ihre Beziehung zerstören könnte...
So beginnt es
Raus.
Was ich sage
Als ich mit dem Lesen vor knapp 1 1/2 Jahren wieder begonnen habe, war die Phönix-Saga von Julia Zieschang mit eine von den Reihen, die mich damals begeistern konnten und die mit Schuld daran sind, dass ich nun über Bücher schreibe. Nun habe ich wieder ein Buch von der lieben Julia gelesen - diesmal mit dem zauberhaften Titel Leon & Noelle [Ein Leuchten im Nebel]. 


Zuerst habe ich mich in dieses wunderschöne Cover verliebt. In die sanften, aber auch kräftigen weinroten Farben, in die Herbstblätter, die den unteren Rand säumen und auf die Jahreszeit, in der diese Liebesgeschichte spielt, hinweist. Ich habe mich in den Schleier - oder wie Leon es sagen würde - den Nebel verliebt, der sich über das Titelbild ausbreitet und in einem weichen Übergang von Bokehs verschwindet. Und dann habe ich mich auch in diese Namen verliebt. In Leon weniger, aber dafür umso mehr in Noelle. Ich wusste, dieses Buch über Noelle möchte ich lesen!! Mich lädt das Cover übrigens direkt zum Träumen ein, zu einer Tasse Tee auf der Couch in eine Wolldecke eingemummelt und dabei dieses Buch in der Hand.

Doch worum geht es in der Geschichte?!
Zu Beginn lernen wir die junge Noelle kennen, die gerade nach dem Abitur den ganz großen Schritt gewagt hat und zum Studieren von München nach Berlin gezogen ist. Doch schon an ihrem ersten Tag in der neuen Stadt fällt es ihr nur schwer sich in ihrer eigenen Wohnung aufzuhalten und so verlässt sie Hals über Kopf diese in den nächstgelegenen Park. Dort begegnet sie Leon, einem jungen Fotografen, der sofort bemerkt, dass mit Noelle etwas nicht stimmt. Getreu seinem Vorhaben ein ganzes Jahr lang jeden Tag eine gute Tat zu vollbringen, versucht er Noelle aufzuheitern. Doch das gestaltet sich schwieriger als gedacht, denn tief in ihrem Innern hat die junge Frau mit sich und ihrer Vergangenheit zu kämpfen. Als sie sich schließlich doch auf ein weiteres Treffen mit Leon einlässt, geschieht das schier unglaubliche - denn sie beginnt langsam wieder etwas zu empfinden, dass sie vor langer Zeit weggesperrt hatte. Und Leon scheint ähnliche zu entwickeln. Dass er selbst auch ein Geheimnis mit sich herumträgt, ahnt Noelle zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Als ich begonnen habe die Geschichte von Noelle und Leon zu lesen, brauchte ich wieder einmal (oder immer noch) Abwechslung und Abstand von all den Fantasybüchern, die ich in der letzten Zeit gelesen hatte. Ich brauchte leichtere Kost mit realen Personen in einer realen Welt mit ganz realen Problemen - und genau das habe ich hier bekommen. Die Handlung hat mich anfangs direkt gefesselt, vor allem die ersten Kapitel haben mir die ein oder andere Gänsehaut beschert und mir hat sich natürlich auch die Frage gestellt, was denn mit Noelle geschehen ist, dass sie so einen extremen Schritt geht. Durch die Zeitsprünge zwischen den Kapiteln war ich erst ein bisschen irritiert - Wer war auf einmal Hannah?! Was hat sie mit der Sache zu tun?! Diese Sprünge waren aber unglaublich hilfreich und haben der Handlung die nötige Spannung gegeben. Ich konnte Noelle quasi auf zwei Weisen kennenlernen - einmal jetzt und einmal, was sie für ein Mensch war, als die Welt noch in Ordnung war. Dieser Unterschied war wirklich spannend herauszufiltern und hat mir Noelle, trotz ihrer recht klischee- und mädchenhaften Art, sympathisch gemacht. Ich war ja von Beginn an auf eine klassische Liebesgeschichte eingestellt mit einigen Hürden und Geheimnissen bevor es dann ein Happy End geben würde - und was das angeht wurde ich nicht enttäuscht. Der Schreibstil von Julia hat mir übrigens wirklich gut gefallen. Er war leicht zu lesen, unkompliziert und ich habe wirklich die Entwicklung zur Phönix-Saga gemerkt! An manchen Stellen hat mir persönlich leider noch ein wenig mehr Tiefgang gefehlt, etwas mehr aus der tieferen Gefühlswelt von Noelle, noch mehr Gedanken und Gedankengänge. Was mir stellenweise auch nicht so gefallen hat, waren die doch recht langen Dialoge, die mir persönlich den Lesefluss ein wenig gestört haben. Ich bin der Meinung (und das ist wirklich meine ganz ganz eigene persönliche und variiert vermutlich von Leser zu Leser und von Autor zu Autor), dass man auf zu viel wörtliche Rede verzichten kann und sollte, denn bei mir entsteht dann einfach kein oder nur ein schwammiges Bild für mein Kopfkino. Vor allem was die Emotionen angeht lebt eine Geschichte doch über all diese Bilder, die man durch Beschreibungen von Gestik, Mimik u.ä. bekommt, oder nicht?! Wie gesagt, dass ist meine eigene Meinung!

Insgesamt, und darauf kommt es letzten Endes doch an, habe ich mich von Noelle und Leon für kurze Zeit verzaubern lassen können und sie auf ihrem holprigen Weg zueinander begleiten dürfen. Die Thematik ist zugegeben wirklich schwierig und ich habe ich immer wieder gefragt, wie ich wohl an Noelles Stelle reagiert hätte. Eine so große Verantwortung zu übernehmen und dann auch noch sein eigenes Leben meistern in dem Alter sind aus meiner heutigen Sicht wirklich eine große Herausforderung! Ich glaube, ich hätte auch erst einmal die Flucht nach Vorne angetreten und hätte mich in das Abenteuer Studium und möglichst weit weg gestürzt, bevor ich mich mit allem anderen hätte auseinander setzen können. Vor allem in diesem Alter - kurz nach dem Abi - hat man ja doch ganz andere Pläne und auch Ziele. Es war also sehr spannend Noelle auf diesem Weg der Selbstfindung zu begleiten!
Fazit
Leon & Noelle [Ein Leuchten im Nebel] erzählt die bittersüße Geschichte über eine junge Frau, die von ihrer Vergangenheit gefangen gehalten wird und vergessen hat, wer sie wirklich ist. Es ist die Geschichte zwischen zwei Menschen, deren Aufeinandertreffen schon schicksalhaft ist. Es ist die Geschichte von Noelle, die wieder herausfinden möchte, wer sie wirklich ist.

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