[Rezension] Wenn das Leben stehen bleibt - Ronja Delahaye

Samstag, 31. März 2018

Infos
Verlag: Hawkify Books ~ Format: Taschenbuch ~ Altersempfehlung: ab 14 ~ Seitenanzahl: 450 ~
ISBN: 978-3-947288-29-8 ~ Preis: € 14,99 (D)
Klappentext
Als Mayas erste große Liebe stirbt, steht die Zeit still. Nichts ist mehr wichtig und ihr Herz scheint unheilbar gebrochen. Monate vergehen und Maya verlernt zu leben, zu lachen und lieben.
Nicht einmal ein Autounfall reißt sie aus ihrer Lethargie. Doch Derek, ihr behandelnder Arzt, hat einen Plan, um sie aus ihrem Schmerz zu befreien und schickt sie auf eine Reise … Eine Reise zu sich selbst, voller Erkenntnisse und Erinnerungen.
Kann sie auf diesem Weg über den Verlust hinwegkommen und wieder anfangen zu leben?
So beginnt es
Letztlich ist das Leben eine Aneinanderreihung von Momenten.
Was ich sage
Wenn das Leben stehen bleibt und ich haben auf eine eher unkonventionelle zueinander gefunden, denn eigentlich bin ich erst über eine superliebe Anfrage der Autorin Ronja Delahaye, ob ich Teil ihres Bloggerteams werden möchte, auf dieses Schätzchen gestoßen.

Liebe Ronja, bevor ich beginne: Vielen Dank dafür, dass du mir und auch meiner Federwelt die Möglichkeit gibst, Teil von etwas Tollem - nämlich deiner coolen Bloggersquad zu sein! Ich habe mich sehr gefreut und tue es noch - Honigkuchenpferdgrinsen ist schon was schönes!! In diesem Zug auch: Danke für die Möglichkeit, "Wenn das Leben stehen bleibt" kennen zu lernen! Es hat mich daran erinnert, dass die Geschichten, nicht immer phantastisch oder in fremden Welten spielen müssen, sondern die größten Geschichten das Leben schreibt. Die Reise mit Maya und Derek war wundervoll und hat mich in vielerlei Hinsicht inspiriert!❤

Wie so oft, ist das Cover eines der Dinge, die einem bei der Wahl des richtigen Buches am meisten beeinflussen - danach folgen dann der Titel und der Klappentext. Hier ist es ausnahmsweise mal der Titel gewesen, der mich irgendwie als erstes magisch angezogen hat, gefolgt von den zarten Pastelltönen in rosa und dem kräftigen Lavendelton, der das ganze Titelbild zu erfüllen scheint. Es ist ein Bild, dass mich direkt in eine wehmütige Stimmung versetzt, die mich zum Verweilen und Träumen einlädt - die tatsächlich magisch ist. Mit dem Wissen über die Geschehnisse kann ich nur sagen, dass es das perfekte Cover für diese Geschichte ist und ich mir diese Szene genauso vorstelle!

Doch worum geht es in der Geschichte?!
Eigentlich ist es schon lange her, seit Mayas erste große Liebe gestorben ist und doch scheint für sie die Zeit stehen geblieben zu sein. Der jungen Frau fällt es schwer weiter zu machen, ihr neues Leben ohne den geliebten Menschen zu führen, denn alles scheint sie unweigerlich an sie zu erinnern. Als Maya einen schweren Autounfall hat, aus dem sie mit viel Glück und einem noch besseren Schutzengel fast unbeschadet heraus kommt, sollte es sie eigentlich wachrütteln - doch nichts dergleichen geschieht. Sie bleibt weiter in der Lethargie der letzten Monate gefangen. Der junge Assistenzarzt Derek behandelt sie nach dem Unfall und er merkt schon bald, dass etwas tief auf ihrer Seele lastet. Ohne weiter darüber nach zu denken, wohin es führen kann, entsteht in Dereks Kopf ein Plan um Maya zu helfen - um sie aus ihrem tiefen Loch heraus zu holen. Und so schickt er sie auf eine ungewöhnliche Reise, auf der Maya wieder zu sich selbst finden soll und es ihr vielleicht gelingt, das Geschehene endlich zu verarbeiten.

Dieses Buch ist ein echtes Herzensbuch, denn es geht einem unter die Haut und eben mitten ins Herz. Ich war eigentlich von Anfang an davon überzeugt, dass es nur sehr emotional werden kann und genau das ist auch eingetreten. Die Handlung war eine reinste Achterbahnfahrt der Gefühle - hat alles mitgenommen, was nur ging. Von steilen Auffahrten, über Loopings, hin zu rasanten Talfahrten und seichten Strecken, die einen durchatmen ließen. Aber auch der Humor kam glücklicherweise nicht zu kurz, denn sonst wäre es vermutlich irgendwann doch sehr kräftezehrend geworden. Ronja hat einen so wundervollen Schreibstil, der mich direkt abgeholt und in eine Welt entführt hat, die nur noch aus Lavendel und Irland bestand - fast zu mindestens! Sie schreibt unglaublich ausgeglichen und flüssig, dass es mir gar nicht schwer fiel, das Buch zu lesen. Mein Kopfkino wollte gar nicht anders, als sich einzuschalten und mir einen hollywoodreifen Blockbuster zu liefern!

Achtung, möglicherweise Spoiler!

Neben all den fantasylastigen Jugendbüchern war es eine willkommene und erfrischende Abwechslung einen solch tiefgründigen Roman zu lesen. Insbesondere die sensible Thematik ist nicht ganz leicht wirklich authentisch rüber zu bringen, ohne dass es irgendwann zu viel Dramatik wird. Ich finde, dass Ronja da eine super Balance gefunden hat, die sich vor allem im Zusammenspiel der beiden Hauptfiguren widerspiegelt. Maya ist zu Beginn der Geschichte schlichtweg in viele einzelne Scherbensplitter zerbrochen und es gelingt ihr einfach nicht, diese Splitter wieder zusammen zu setzen. Ob sie es allerdings auch will, glaube ich anfangs nicht - viel mehr scheint sie ein wenig resigniert und den langanhaltenden Status quo stillschweigend akzeptiert zu haben. Manchmal hätte ich sie am liebsten geschüttelt, aber das hätte in ihrer Situation nicht gebracht. Sie ist eigentlich ein so fröhlicher und offener Charakter, der mit einer dicken Schicht Traurigkeit und Schmerz überschüttet wurde, und diese Suppe klebt an ihr wie Pech. Mit Derek tritt auf einmal jemand in ihr Leben, der ihr eine Hand reicht ohne Gegenleistung zu verlangen. Auf eine zugegeben ziemlich verrückte Art und Weise gelingt es ihm tatsächlich, in ihr diesen kleinen Funken zu entzünden, der wichtig ist um weiter zu machen - um sich aufzurappeln und den ersten Schritt nach vorne zu wagen. Ich habe ja bereits geahnt, dass er ihr irgendwie nach Irland folgen würde (alles andere hätte mich auch sehr enttäuscht), aber die Weise, wie die beiden dann aufeinander reagiert haben, sich erst einmal als Fremdkörper im Leben des anderen sahen, war sehr spannend. Auch, wie sie sich langsam mit dieser Situation arrangieren und sogar den Entschluss fassen, gemeinsam zu reisen, hat alles noch einmal auf eine andere Ebene der Spannung katapultiert. Zwei gebrochene Menschen, die eine im Sumpf der Schmerzen, die andere gefangen in einem Leben, dass er eigentlich nicht will.

Die Autorin hat damit Figuren erschaffen, in denen ich mich und vielleicht auch der ein oder andere widergefunden hat. Jeder steckt mal in diesem Loch, wahrscheinlich und glücklicherweise nicht so tief viel Maya, aber trotzdem kenne ich das Gefühl, wenn man eben "feststeckt". Und auch dass man sich in seinem Leben gefangen fühlt, Dinge nur für die anderen tut und sich selber darüber verliert, ist eine Problematik, die nicht gänzlich unbekannt ist. Vor allem in einer Zeit, in der der Erfolg und die Prestige immer mehr die Oberhand gewissen und die Dinge, die wir wirklich tun möchten, immer weiter in den Hintergrund rücken.

Ihr merkt schon, ich könnte noch stundenlang so weiter so machen, aber irgendwann sollte der Punkt kommen. Ronja hat eine wundervolle Geschichte erschaffen, die zum Nachdenken anregt und die ganz klar mit dem Statement wirbt, dass man sich selbst treu bleiben sollte, egal was alle anderen sagen. Aber auch, dass es lohnt zu kämpfen, auch wenn die ersten Schritte vielleicht schwer sind und man manchmal ins Straucheln gerät.
Fazit
Wenn das Leben stehen bleibt ist eine Geschichte von Hoffnung, Vertrauen, aber auch von Trauer und Verlust, die in einer wundervollen Weise erzählt wird und definitiv unter die Haut geht. Vielen Dank nochmal liebe Ronja, für die Chance Maya und Derek kennenlernen zu dürfen. Definitive Leseempfehlung!!

Meine Meinung ist übrigens vollkommen unvoreingenommen entstanden!!

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