[Rezension] Vier Farben der Magie - V.E. Schwab

Sonntag, 11. März 2018

Infos
Verlag: Fischer TOR ~ Format: Taschenbuch ~ Altersempfehlung: ab 12 ~ Seitenzahl: 496 ~
ISBN: 978-3-596-29632-3 ~ Preis: € 9,99 (D)
Klappentext
Es gibt vier Farben der Magie:
Im roten London befindet sie sich im Gleichgewicht mit dem Leben.
Im weißen London wird die Magie versklavt, kontrolliert, unterdrückt.
Dem grauen London ist sie fast abhandengekommen.
Und im schwarzen London hat sie das Leben selbst vertilgt.

Als einer der wenigen Antari springt Kell zwischen den verschiedenen Welten hin und her. Doch er führt ein Doppelleben: Er ist Botschafter der Könige, aber auch ein Schmuggler. Eines Tages wird ihm als Bezahlung für einen außergewöhnlichen Botengang ein schwarzer Stein zugesteckt. Dass es sich um ein mächtiges magisches Artefakt handelt, merkt er erst, als er sich von einem gefährlichen Feind verfolgt sieht, der ihm das gute Stück abjagen möchte und dabei vor keinem Mittel zurückschreckt.
Auf der Flucht trifft der Magier die gewitzte Diebin Delilah Bard, die Kell zunächst ausraubt, ihm dann aber hilft. Allerdings erwartet sie eine Gegenleistung von ihm ...
So beginnt es
Kell trug einen ganz besonderen Mantel.
Was ich sage 
Ich weiß gar nicht mehr wie lange Vier Farben der Magie nun schon ungelesen in meinem Regal stand. Es war eines der Bücher, die ich einfach mal so zwischendurch in der Buchhandlung entdeckt und mitgenommen habe, ohne mir wirklich weitere Gedanken darüber zu machen. Nachdem ich dann in den letzten Woche immer wieder über Bilder bei Instagram gestolpert bin, in denen das Buch so gelobt wurde, dachte ich mir, dass es nun auch endlich mal Zeit würde.

Bevor es los geht, möchte ich wieder ein paar Worte zum Cover sagen, denn es ist irgendwie schon etwas besonderes. Ja, es ist schlicht aber besticht dadurch auch ungemein. Der vermeintlich rote Fleck in der Mitte verwandelt sich bei näherer Betrachtung in eine Karte von London, ich gehe stark davon aus, dass es sich dabei um das Rote London handelt. Die Silhouette soll vermutlich Kell in seinem besonderen Mantel darstellen, wobei es aussieht, als würde er vom Sternenhimmel erfüllt sein - oder von schwarzer Magie. Auch der Schriftzug ist wunderschön gestaltet, denn auf dem weißen Grund wiederholt sich die Sternenhimmeloptik während auf dem Rot die Schrift einfach schlicht Weiß ist. Anfangs fand ich das Cover ganz okay, aber je länger ich es mir anschaue, desto schöner finde ich es. Es passt perfekt zur Geschichte!

Doch worum geht es nun überhaupt in der Geschichte?!
Die Welt von Kell ist anders, denn auch Kell ist anders - er ist ein Antari, einer der letzten Magier, die dazu fähig sind zwischen den Welten zu wandeln. Und für Kell gibt es nicht nur eine Welt. Die meiste Zeit verbringt er im Roten London, aber dann und wann bekommt er von seinem König den Auftrag auch die anderen Londons zu besuchen. Als er sich wieder einmal auf einer solchen Mission zwischen den Welten befindet, wird Kell ein merkwürdiges Geschenk gemacht, dass er über die Weltengrenze hinaus schmuggeln soll. Nichts ahnend bringt er so ein mächtiges Artefakt in seine Welt. Auf seiner weiteren Reise kommt er ins Graue London, wo er auf die selbstbewusste Delilah Bard trifft, ihrerseits gewiefte Diebin und selbsternannte Piratin, wobei Kell ersteres direkt am eigenen Leib zu spüren bekommt. Kurzerhand bestielt Lila den Antari und weiß selbst gar nicht in welche Schwierigkeiten sie sich bringt. Denn abgesehen davon, dass Magie anscheinend existiert und sie eine merkwürdige vertraute Verbindung dazu hat, ist dieses Artefakt wohlmöglich ihre Freikarte in einer Welt voller Abenteuer.

Ich würde gerne sagen, dass mich das Buch von Anfang an gepackt hab, aber leider war dem nicht so. Denn ehrlich gesagt hatte ich mit einen der schwersten Einstiege seit langem und nur all die positiven Meinungen haben mich durchhalten lassen. Nun bin ich so froh, dass ich es bis zum Ende geschafft habe. Denn... oh mein Gott!!!

Anfangs war die Handlung noch eher langatmig und manche Passagen haben sich gezogen wie Kaugummi, obwohl komischerweise die Kapitellänge an und für sich gar nicht mal so lang waren. Jedes Kapitel war noch einmal in kleinere Abschnitte unterteilt, was das Lesen dann doch recht leicht macht. Ich sage es mal so, ich bin dann doch verhältnismäßig schnell weiter gekommen. Trotzdem war da der wirklich harte Anfang, der mich einige Nerven gekostet hat. Dann aber, ich kann nicht mehr wirklich sagen, wann der Punkt war, wurde es auf einmal so unsagbar spannend, dass ich gar nicht mehr aufhören konnte zu lesen. Der Verlauf wurde temporeicher, die Charaktere gewannen an Umrissen und Charakter und es war wirklich wie ein magischer Sog. Ich glaube, dass auch der doch recht ungewöhnliche Schreibstil von V.E. Schwab mit dazu beigetragen hat, dass ich anfangs einige Schwierigkeiten hatte, denn er ist schon besonders. Ich würde ihn am ehesten als sehr ausführlich und umfangreich beschreiben, der dem Leser viele Informationen liefert und sich dadurch ein Bild formt von der Welt, die man gerade betritt. Bei mir war es so, nach den Problemen am Anfang! Vielleicht würde ich den Schreibstil auch als etwas schwierig bezeichnen, was aber eher durch die Ausführlichkeit kommt, denn ich merke immer wieder bei vielen Büchern, dass das Spiel mit den Worten manchmal für meinen Geschmack zu kurz kommt. Ganz anders bei diesem Meisterwerk!
Auch die Figuren haben mich begeistert, vor allem Lila hat es mir angetan, denn ihre Entwicklung im Verlauf der Geschichte ist einfach nur fantastisch. Anfangs war sie eigentlich nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht, hat das genommen was sie braucht und ihr Ziel eisern verfolgt. Das tut sie auch noch, als sie Kell kennenlernt, aber doch lernt sie etwas kennen, dass sie vorher nicht wirklich kannte - Freundschaft und Vertrauen! Ich fand es so spannend zu beobachten, wie Lila nach und nach ihre harte Schale abstreift und hinter ihre Fassade blicken lässt. Und dass sie zwar weiterhin ihr Ziel verfolgt, aber nicht mehr ganz so engstirnig dabei ist. Ich weiß gar nicht, ob ich es richtig rüber bringe, ich finde Lilas Charakter ist so umfangreich, dass ich wirklich gespannt bin, wie es ihr weiter ergeht. Daher steht auch der zweite Teil schon in den Startlöchern!!!
Fazit
Vier Farben der Magie hat mir tatsächlich einiges abverlangt. Es war ein schwerer Start, aber dann es entwickelte sich dann doch zu einem grandiosen und spannenden Erlebnis mit einem noch grandioseren Schreibstil, der mich nachhaltig inspiriert hat.


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